

BOOTSHAUS +
RVV – Vereinsheim | Rendsburg
Architektur-Wettbewerb SANI Modulbau 2017 | 3. Platz
Der Entwurf des Gebäudes orientiert sich an seinem städtebaulichen Umfeld und verwendet vorhandene Gebäudeformen der benachbarten Vereinsheime. Durch Verschiebung und Transformation dieser Formen gliedern wir das Grundstück in eine Campusstruktur, bei der die Hauptnutzungsbereiche des Entwurfes baulich voneinander getrennt liegen. Diese Nutzungsbereiche sind auf der einen Seite das Ruderhaus mit der Bootshalle und dem Steg und auf der anderen Seite der gastronomische Teil mit dem Hotelbetrieb im Obergeschoss. Die Besonderheit des Grundstückes, für ankommende Gäste den ersten Blick auf das Wasser zu bieten, wird durch eine Durchwegung der Baufläche und eine offenen Fassadengestaltung des Hauptgebäudes im Erdgeschoss weiterhin ermöglicht.

Das Haus des Rudervereins teilt sich in zwei Bereiche. Auf der Wasserebene befindet sich die Bootshalle mit Steg. Dieser ist in der Flucht der Bootshalle orientiert, sodass beim Auslassen der Boote aus der Halle kein Wenden nˆtig ist. Im oberen Teil des Ruderhauses ist der Fitnessbereich mit Sauna, entsprechenden dienenden Räumen und einem Büro für den Vorstand des Vereins. Der Fitnessraum ist im „Bug“ des Gebäudes und bietet über die gesamte Front einen Blick auf das Wasser. Der Eingangsbereich des Ruderhauses ist als Ausstellungsfläche für den Verein gedacht. Hier können sowohl historische Ereignisse und sportliche Erfolge, als auch aktuelle Begebenheiten des Vereins entsprechend ausgestellt werden. Durch die Fassadenöffnung an der gesamten Traufseite des Hauses wird eine sehr gute Kommunikation mit den Besuchern des Campus ermöglicht.


Gegenüber des Eingangs des Ruderhauses liegt der separate Zugang zum Clubraum des Vereins. Dieser ist räumlich und funktional an den Gastraum des Hauptgebäudes angeschlossen, aber durch Trennwände von diesem abgrenzbar. Die Lage des Hauses parallel zum Ufer hat den Vorteil, jedem Gast einen weitläufigen Blick auf das Wasser anzubieten. Quer zum Haupthaus an der Westseite liegen neben zwei barrierefreien Wohnungen im vorderen Bereich noch die dienenden Räume des Gasthauses. Hier befinden sich räumlich vom Besucherverkehr getrennte interne Räume wie Umkleide, Personal, Backoffice und ein Anlieferungsbereich. Im oberen Geschoss des Haupthauses platzieren sich alle weiteren Gastzimmer mit Loggia. Als besonderes Detail ist in der Loggia eine tiefe Laibung geplant, welche durch ein Sitzbrett zusätzliche Aufenthaltsqualität bietet.


Die Dachform der beiden Gebäude orientiert sich sowohl an der Bebauung in der Umgebung, als auch an der baulichen Gestaltung von traditionellen Bootshäusern. Neben weiteren Lager- und Technikflächen hat die Satteldachkonstruktion bei entsprechender Nutzung ein hohes Mafl an Raumqualität. Hierfür haben wir im Bootshaus den Fitnessbereich bis unter die Dachfläche geöffnet, sodass der Blick auf die Ober-Eider noch weiter gefasst wird. In den Gastzimmern ist das Volumen durch eine zweite Ebene mit Bett und Arbeitsplatzangebot effektiv genutzt.