ST.GEORG CODE

Hamburg

Studie zur städtebaulichen Aufwertung

Im Bezirk Hamburg-Mitte befindet sich St. Georg. Die Nähe des Stadtteils zum Hamburger Hauptbahnhof und die nordwestliche Angrenzung an die Außenalster führte zum Bau zahlreicher Hotels und Vergnügungsstätten. Auch zieht die zentrale Lage unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen an. So lassen sich neben Künstlern, einer ausgeprägten Schwulenszene, Familien und Touristen auch eine Vielzahl von Kulturen auflisten, die hier ihre Heimat gefunden haben. Die verschiedenen Gesellschaftsschichten der Anwohner zeichnen im Stadtteil ein besonderes Bild ab. So gibt es auf der einen Seite ein längst gentrifiziertes St. Georg, dass mit Wohnkomfort, edlen Restaurants, Bars und einer Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten besticht, auf der anderen Seite aber auch ein Viertel das geprägt ist von Armut, Prostitution und Drogenhandel. Im Fokus der Diskussionen um die Probleme des Stadtteils befindet sich vor allem der Hansaplatz im Zentrum St. Georgs. Erbaut um 1878, dient er mit dem 17 Meter hohen Hansa-Brunnen und den Lindenbäumen jeher als zentraler Treffpunkt für Touristen und Anwohner unterschiedlichster Milieus. Seit rund 20 Jahren ist er jedoch, wie kein anderer Bereich des Stadtteils geprägt von einer erhöhten Kriminalitätsrate, Verschmutzung, Drogenhandel und Prostitution. Und seitdem streiten sich verschiedenste Interessensgruppen aus Politik und Anwohnerschaft um den richtigen Weg einer erfolgreichen Umstrukturierung des Viertels. Seit rund 20 Jahren ist er jedoch, wie kein anderer Bereich des Stadtteils geprägt von einer erhöhten Kriminalitätsrate, Verschmutzung, Drogenhandel und Prostitution. Und seitdem streiten sich verschiedenste Interessensgruppen aus Politik und Anwohnerschaft um den richtigen Weg einer erfolgreichen Umstrukturierung des Viertels.

Die vorliegende Ausarbeitung möchte sich dieser Thematik annehmen und Problemen des Viertels und der Bewohnerschaft genauer auf den Grund gehen. Um in Folge dessen ein Leitbild herauszuarbeiten, welches schildert in welcher Form Architektur und intelligenter Städtebau zu planen sind, um dem negativen Erscheinungsbild dieses besonderen Stadtteils entgegenzuwirken. Erfolgen wird dies zunächst mit einer Analyse des Quartiers, seiner Historie, der jetzigen Sozialstruktur und des Städtebaus. Nach Auswertungen von Recherche und verschiedensten Gesprächen mit Stadtteilmanagement und Bewohnerschaft möchte unsere Ausarbeitung einen konzeptionellen „Soforteingriff“ am Hansaplatz und einen darüber hinausgreifenden „Langzeiteingriff“ in Form eines städtebaulichen Leitfadens zur Umstrukturierung St.Georgs und Problembekämpfung am Hansaplast präsentieren.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Stadt, den Hansaplatz mit seinen Problemen durch Umgestaltung wieder salonfähig zu machen, sieht unser Entwurf keine Maßnahmen am Gestaltungsbild des Platzes an sich vor. Vielmehr platziert sich unsere Idee eines Sozialen Forums mit Namen „HansaHort“ an der einzig noch unbebauten Fläche am Platz. An der Ecke Ellmenreichstraße kann ein Gebäude in Keilförmiger Kubatur entstehen, welches nicht in die historische Bebauung eingreift und zudem die Erschließungsachsen aus Nord-West beibehält. Durch Unterbringung eines folgend aufgelisteten Raumprogramms kann das Hort Maßnahmen gegen die Missstände am Hansaplatz bieten.

Um die sozialen Missstände am Hansaplatz langfristig zu beheben, bedarf es eines größeren städtebaulichen Eingriffes der die Platzsituation mehr zur Stadt hin öffnet. Durch einen somit entstehenden größeren Anteil an Öffentlichkeit, die durch zusätzliche prädestinierte Erschließungsmöglichkeiten zu erfolgen hat, bekommt der Platz einen neuen Charakter als zentraler Platz für Jedermann. Eine direkte Verlagerung von Randgruppen vom Hansaplatz ist von uns nicht angestrebt. Vielmehr sollen diese durch den geplanten Soforteingriff in Form des HansaHorts aufgefangen werden. Zusätzlich soll das Millieu durch einen größeren Personenverkehr über den Platz mit anderen Schichten der Bevölkerung in direkten Kontakt geraten. Im Folgenden sind radikale städtebauliche Überlegungen gelistet, die aufzeigen in welcher Form der Hansaplatz eine neue Bedeutung im Stadtbild erlangen könnte. Diese enden mit der Darstellung des von uns gewählten Bearbeitungsbereichs.

  • Orientierung der Geschossigkeiten an städtebaulichem Kontext – 6 – 7 Geschosse sind reguläre Bebauungshöhen
  • Durch teilweise Überhöhunh einzelner Bauten in den Randbereichen werden städtebauliche Setzungen gemacht
  • Im Kern befindet sich ein Ensemble mit überhöhten 8 – 10 Geschossen
  • Die Verbindungsachse zwischen Hansaplatz und sowieo stellt Kernbereiche dar
  • Mischnutzungen mit Einzelhandel, Cafes, Ateliers soll Belebung des Straßenzuges fördern
  • Verkehrsberuhigung soll Mischnutzung verschiedener Nutzer ermöglichen
  • Schule bildet mit St. Mariendom ein städtebauliches Ensemble
  • Aufnahme von Gebäudeachsen und Gebäudehöhen
  • Überhöhung um etwa 3 Geschosse der im Kern befindlichen Bürohäuser ermöglicht städtebauliche Blickbeziehungen und soll eine Sogwirkung durch Quartier forcieren
  • Durchkreuzung des Quartiers ermöglicht einfache Erschließung aller Bereiche
  • Städtebauliche Orientierung an umliegender Blockgröße
  • Anordnung der Grünflächen innerhalb der Gebäudeblöcke
  • Aktivierung der Höfe durch rege Nutzung der Grunflächen
  • Bäume in Straßenbereichen beleben das Straßenbild
  • Anordnung der Büronutzungen in Sondergebäuden
  • Mischnutzung in anderen Gebäuden ist erstrebenswert
  • Kombination von Wohnen und Arbeiten im Quartier fördert die soziale Durchmischung und trägt zu einem urbanen Stadtteil bei
  • Bürokern in der Mitte zur aktiven Belebung der Straßen während des Tages
  • Kombination aus Grundschule und Kindergarten
  • Orientierung der Erschließungsbereiche zur Kirche
  • Verschiedene Altersklassen beleben verschiedene Türme des Ensembles
  • Schulhof auf erhöhter und sicherer Fläche zum Schutz der jungen Schüler und Kinder
  • Mischnutzung äußerer Bereiche im Erdgeschoss und im Kernbereich als Einzelhandel und Wohnen
  • Wohnen stellt Kernfunktion des Gebietes dar
  • Nachhaltig mangelnder Wohnungsbedarf fordert breites Wohnungsangebot
  • Mischfinanzierung durch öffentliche Förderung und freier Finanzierung
  • Angebote von gehobenem und einfachen Wohnungsbau
  • Angebote für Stundenten